Eine Reise in die Toskana

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Toskana

Wir waren der Meinung, dass wir jetzt das Alter haben, um auch einmal in die Toskana zu fahren. Da wir ein gutes Pauschalangebot fanden, buchten wir vom 22. bis 29. September 2018 in San Donato in Fronzano im Hotel Fattoria degli Usignoli. Stress haben und brauchen wir nicht mehr, also planten wir für die Hin- und Rückfahrt zwei Tage mit je einer Übernachtung in Österreich ein. Auf der Fahrt gen Süden war Trins im Gschnitztal unser Übernachtungsort. Wetter.com sagte gutes Reisewetter voraus – also beste Voraussetzungen für einen schönen Urlaub.

Wir starteten am 21. September nach dem Frühstück und fuhren auf der A 7 nach Füssen, wechselten auf die Fernpassstraße und bogen in Nassereith links ab. Dort fuhren wir erst hinauf zum Mieminger Plateau und von dort hinunter ins Inntal auf die Autobahn, wo wir der Ausschilderung in Richtung Brenner folgten. Vor der italienischen Grenzen fuhren wir in Matrei von der Autobahn ab und folgten der alten Brennerbundesstraße bis Steinach, wo wir ins Gschnitztal abbogen. Einquartiert hatten wir uns im “Weberhof” am Orteingang von Trins, einem Bauernhof mit zugehöriger Pension. Wir hatten für unsere Fahrt hierher ca. 7 Stunden gebraucht. Zum Essen gingen wir im Ort in den “Wienerhof“, den wir von früheren Urlauben hier kannten. Das kleine Hotel ist jetzt “Tiroler Wirtshaus” und bietet regionale Gerichte. Super empfehlenswert, nicht nur zum Essen.

Nach dem reichlichen Frühstück im “Weberhof” starteten wir zur zweiten Etappe, fuhren zuerst zur Tankstelle um Vollzutanken und danach auf die Autobahn und nach Italien. Mit Navi überhaupt kein Problem, immer geradeaus und nach ca. 6 Stunden hinter Florenz runter von der Autobahn. Danach noch ca. 30 Minuten auf schmalen Straßen mit 100 Kurven bis San Donato und unserem Hotel. Die “Fattoria degli Usignoli“, ein ehemaliger Gutshof, liegt ca. 30 Kilometer von Florenz entfernt auf einer Anhöhe über dem Arnotal. Das gesamte Areal erstreckt sich über 11 Hektar. Das Hotel bietet einen großen Parkplatz, 2 Pools und zahlreiche Sportmöglichkeiten. Die Küche bietet echte toskanische Gerichte aus Produkten der Region. Unsere Halbpension (sehr reichliches Frühstück und 3-Gang-Menü am Abend) war hervorragend. “Usignoli” produziert selbst Weiß- und Rotweine, natives Olivenöl, Honig und Grappa. Das Hotel verfügt über 43 Apartments und 27 schöne Zimmer.

Die Toskana bietet ja für jeden etwas: reichlich historische Städte und Orte, die man besichtigen kann, Kirchen ohne Ende, die Küste und das Meer, den Pratomagno zum Wandern oder Biken, Straßen mit tausenden von Kurven für Motorradfahrer oder den Valdarno mit dem Chianti-Weinanbaugebiet. Wir haben versucht, einiges davon kennenzulernen und auszuprobieren und waren in den nordöstlichen Provinzen unterwegs. Da wir keine wirklichen Stadt-, Kirchen- und Museumsbesichtiger sind, haben wir uns zumindest zwei Städte ausgewählt: Arezzo und Florenz. Arezzo ist nicht allzu groß, hat eine schönen historischen Stadtkern mit zahlreichen Kirchen uns ist vor allem nicht von Touristen überschwemmt. Wir besuchten es am Montag und haben also eine Runde durch die Altstadt gedreht, uns Paläste und Kirchen angeschaut und ein paar Sommertrüffel erworben, die wir mit nach Hause genommen haben.

Eine Zugfahrkarte von Sant Ellero nach Florenz war in unserer Pauschalreise enthalten und wenn wir schon einmal in der Toskana waren, wollten wir Florenz auch sehen (Dienstag). Vom Bahnhof liefen wir in Richtung Dom, Baptisterium und Campanile, vor den sich tausende von Menschen befanden, die teils in Schlangen anstehend auf eine Besichtigung hofften. Also liefen wir über die Piazza della Repubblica, vorbei an verscheiden Märkten, zur Piazza della Signoria (auch hier waren viele Touristen unterwegs) und gönnten uns dort eine Pizza und ein Bier. Danach besichtigten wir die Statuen vor dem Palazzo Vecchio sowie in der Arkadenhalle nebenan. Anschließend liefen wir weiter zur Ponte Vecchio, überquerten dort den Arno und stiegen auf der anderen Seite steil bergan hinauf zum Fort Belvedere. Von dort oben hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und es gibt im Belvedere auch ein Café, wo man sich vom Herumlaufen in der Stadt gut erholen kann. Nach unserer Pause ging es wieder durch die Stadt zurück zum Bahnhof. Unterwegs gönnten wir uns noch einen Becher Eis (gut aber teuer).

pratomagno
Pratomagno

Da auch das “am Pool herumliegen” nicht unser Ding ist, haben wir an allen anderen Tagen natürlich auch etwas übernommen. Wir fuhren am Sonntag nach Saltino und zur Abtei Vallombrosa und wanderten von dort hinauf zum Monte Secchieta. Auf 1.500 Metern üNN waren die Temperaturen etwas angenehmer, als im Tal. Außerdem gab es oben ein Restaurant zum Erfrischen und Stärken. Auf dem Rückweg besuchten wir das Outlet-Center (alle großen Marken Italiens sind hier vertreten) in Leccio, fanden aber nichts, für das es sich lohnt, Geld auszugeben. Am Mittwoch fuhren wir zur “Fattoria La Vialla“, einem Biolandgut (Demeter), auf dem man preiswert einkehren und einkaufen, aber auch übernachten kann. Alle Produkte tragen das Bio-Siegel. Und alle Mitarbeiter sprechen deutsch, deshalb sind auch sehr viele Besucher deutsche Touristen. Am Donnerstag fuhren wir durch den Pratamagno nach Norden und besuchten die kleinen Städtchen Poppi und Bibbiena. Die Rücktour führte uns über den Consuma-Pass und Vallombrosa.

Am Freitag wollten wir nochmals wandern. Wir fuhren durch den Pratmagno hinauf zur Panoramastraße, die auf der Südseite tolle Ausblicke auf den Valdarno bietet. Allerdings ist die Straße nur bis zur Hälfte asphaltiert, danach nur noch ein Schotterweg. Auf einem der Parkplätze am Weg stellten wir das Auto ab und wanderten hinauf zum Kreuz des Pratamagno (1.591 Meter üNN). Von dort bot sich ein herrlicher Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Danach fuhren wir auf der Schotter-Panoramastraße weiter, die sich nach kurzer Fahrt nach Norden wendete, wo an einem Restaurant (Wanderhütte) der Asphalt wieder begann. Hier kehrten wir ein, gönnten uns Kaffee und Nudeln mit Pilzen und fuhren dann über Poppi und den Consuma-Pass zurück zum Hotel.

Für die Rücktour hatten wir während der Woche eine Übernachtung in Nassereith gebucht. Also fuhren wir am Samstag nach dem Frühstück und Check out auf die Autobahn in Richtung Norden. Am Brenner tankten wir in Österreich wieder voll und fuhren auf der Inntalautobahn und über Mieming nach Nassereith. Das “Gästehaus Gerti” erwies sich als Glücksgriff. Freundliche Wirtin, große Zimmer und reichhaltiges Frühstück – eigentlich zu schade für nur eine Nacht. Am Sonntag fuhren wir dann nach dem Frühstück über den Fernpass und die A 7 zurück nach Hause. Auch dafür benötigten wir wieder ca. 6 Sunden. Die gesamte gefahrene Strecke in unserem Urlaub betrug etwa 2.500 Kilometer.

Zum Schluss noch ein kleines Video aus der Toskana

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Toskana 2018
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