Auf dem König-Ludwig-Weg vom Starnberger See nach Füssen – Teil 2

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Paterzell – Hoher Peißenberg – Ammerschlucht – Rottenbuch – Wieskirche – Birnbaumer Filz – Trauchgau – Königschlösser – Füssen

wegmarkierung
Wegmarkierung König-Ludwig-Weg

Vom Gasthof “Zum Eibenwald” ging es am Mittwoch, dem 05. Juni gegen 07:40 Uhr den ersten halben Kilometer über einige Stufen durch den Hangwald steil bergauf. Auf der Höhe angekommen verlief der Weg anfänglich auf Wiesen- und Feldwegen über St. Leonhard hinüber nach Forst. Danach ging es auf asphaltierten Wegen, das Mittagsziel immer vor Augen, in Richtung Hoher Peißenberg. Der Belag wechselte wieder und verlief jetzt ein großes Stück durch einen Wald. Danach erreichte ich Hetten und es ging durch den Wald hinauf auf den Hohen Peißenberg. Oben sind die Wallfahrtskirche, der Deutsche Wetterdienst, die Gaststätte “Bayerischer Rigi” und man hat den besten Rundumblick in Bayern. Das Panorama war bei diesem Wetter phänomenal.

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Hoher Peißenberg

Nach einem Radler begann ich den Abstieg nach Hohenpeißenberg und folgte der Ausschilderung in Richtung Ammerschlucht. Dieser verlief jetzt ausschließlich auf Wald- und Forstwegen. Durch den Wald ging es hinab in das Tal der Ammer. Am Waldhaus Schnalz gabs noch einmal eine Quelle mit frischem Wasser, um die Trinkflaschen aufzufüllen. Dann verlief der Weg an der Ammer entlang bis zum Kalkofensteig, einer über die Ammer führenden Holzbrücke.

Der Weg nach Rottenbuch bog aber vor der Brücke scharf rechts ab und führte auf und ab gehend, etwa 50 Meter über der Ammer durch den Wald. Er ist mit einem Schild “Nur festes Schuhwerk” gekennzeichnet und die sind auch notwendig, denn man braucht eine gute Stunde über Wurzeln, Stege, Leitern, Brücken und jede Menge Schlamm, bis der “Wildschützenpafd” am Ende aus der Schlucht steil ansteigend herausführte.

ammerschlucht
Unterwegs in der Ammerschlucht

Von dort sind es noch etwa 3 Kilometer bis Rottenbuch, die man zuerst auf einem Schotterweg, dann auf einem Waldweg zurücklegt. Herausgekommen bin ich am Kloster Rottenbuch. und nach 200 Metern ging es durch das Tor, neben dem sich mein Quartier, das “Kunstcafé am Tor” befand.

Das Haus erwies sich als sehr gute Unterkunft (Doppelzimmer zur Einzelnutzung) mit nettem Personal und kleiner, aber feiner Speisekarte. Das Café war in den letzten Jahren jeweils von Bett & Bike ausgezeichnet und 2018 vom Feinschmecker als eines der besten Cafés Deutschlands. Also musste ich den hauseigenen Biergarten nicht mehr verlassen. Es gab Kaffee und Kuchen, später einen super leckeren Burger und bayerisches Bier.

Wieskirche
UNESCO Weltkulturerbe Wieskirch

Frühstück gab es am Donnerstag, dem 06. Juni, im Café erst um 08:00 Uhr, aber es war wie alles andere sehr gut. Erster Anlaufpunkt war die “Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies”, die Wieskirche. Der Weg dahin verlief zu großen Teil auf asphaltierten, aber auch Waldwegen. In Wildsteig kommt man vorbei an der Pfarrkirche St. Jakob. Davor befindet sich eine sehenswerte Lourdes-Grotte, die aber bei meinem Vorbeikommen gerade rekonstruiert wurde.

Nach Verlassen des Ortes gab es am Weg eine neue “König-Ludwig-Weg”-Bank zum Rasten. Von hier aus bis zur Wieskirche legte ich den Weg gemeinsam mit einer Pilgerin zurück. Gegen 11:30 Uhr trafen wir an der Wieskirche ein, die seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe ist.

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Kirchplatz in Trauchgau

Ich besichtigte zuerst die Kirche, in der aber zu diesem Zeitpunkt gerade eine Führung stattfand. Nach ein paar Fotos lief ich hinunter zum “Gasthof Moser” und gönnte mir einen Hackbraten mit Kartoffelsalat und wieder einen Radler. Anschließend schoss ich noch ein paar Fotos in der Kirche und setzte danach meinen Weg fort. Der verlief fast komplett auf asphaltierten Wegen. Auf diesem Teil des Weges waren auch viele E-Biker unterwegs, echte Radfahrer trifft man nur noch selten. Nach etwa 5 Kilometern bog der Wanderweg links ab und verlief nun bis Trauchgau auf Schotter- und Forstwegen.

In der Ortsmitte am Kirchplatz fand ich auch mein Quartier, das Gasthaus “Zum Hirsch”. Auch hier gab´s ein Doppelzimmer zur Einzelnutzung, freundliche Wirtsleute und ein leckeres Frühstück. Von allen gewählten Quartieren war hier das Preis-Leistungs-Verhältnis am Besten. Leider hatte das Haus am Donnerstag und Freitag Ruhetag, so dass ich zum Abendessen in ein Gasthaus gehen musste, das nur 200 Meter entfernt war. Von 17:00 Uhr bis Mitternacht regnete es leicht.

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Forggensee und die Berge bei Füssen

Am Freitag, dem 07. Juni, startete ich nach dem Frühstück gegen 08:15 Uhr zur letzten Etappe. Bis kurz vor Bayerniderhofen verlief der Weg erst entlang der Halblech und dann auf Radwegen immer auf die Allgäuer Alpen zulaufend. Hier bog er rechts ab und verlief entlang der Straße über Berghof bis zum Kühmossee in westlicher Richtung. Dort wandte er sich wieder gen Süden und verlief jetzt weiter auf asphaltierten Wegen vorbei am Hegratsrieder See und zwischen dem Forggensee und Bannwaldsee hindurch.

Da hier der Radweg und der Wanderweg eins waren und der Radverkehr stetig zunahm, nahm ich einen anderen Weg in Richtung Schwangau, der wieder auf Wald- und Wiesenwegen verlief. Am Weiler Mühlberg traf ich wieder auf den “König-Ludwig-Weg”, der hier die B17 quert.

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St. Coloman bei Schwangau

Jetzt ging es vorbei an der Kirche St. Coloman und der Tegelbergbahn, vorbei an der Pöllatschlucht und unterhalb von Schloss Neuschwanstein hinüber zum Parkplatz und Schloss Hohenschwangau. Hier war es vorbei mit der Ruhe beim Wandern, ich war zurück in der Zivilisation. Ich gönnte mir einen Radler und einen Wurstsalat, lief dann zum Alpsee, schoss noch ein paar Fotos und begab mich dann auf den Weg nach Füssen.

Da der Waldweg vorbei am Schwansee gesperrt war, musste ich auf dem Radweg entlang der Straße bleiben. Ich überquerte den Lech und lief vorbei am Pulverturm in die Altstadt Füssens. Dann wanderte ich hinüber nach Bad Faulenbach, wo ich im Ferienhotel Berger mein letztes Quartier gebucht hatte.

Das Einzelzimmer und das Frühstück waren okay, zum Essen musste ich in die Altstadt gehen. Am Samstag, dem 08. Juni, holte mich Jörg gegen 09:30 Uhr ab, wir fuhren zurück nach Erkheim, wo mein Auto stand und ich meine Rücktour nach Eisenach antrat.

kaiserschmarrn
Kleine Portion Kaiserschmarrn

Fazit: Der König-Ludwig-Weg ist eine Wanderweg ohne große Höhenunterschiede (nur 200 Meter zwischen Starnberger See und Füssen), den (fast) jeder bewältigen kann. Er ist gut ausgeschildert, so dass ich mein Wandernavi fast gar nicht benötigt habe. Und wenn man länger Zeit kein Wegzeichen sieht, einfach weiter gehen. Es kommt wieder eins.

Ich hatte in meiner Wanderwoche Glück, es war trocken, allerdings schon etwas zu warm. Aber besser, als anderthalb Wochen zuvor, wo es tagelang nur regnete (was in der Ammerschlucht noch zu sehen war). Es sind nicht viele so verrückt und gehen wandern mit Gepäck. Man wird angeschaut wie ein Alien oder für einen Pilger gehalten. Für mich war es eine schöne Woche, die ich fast allein verbracht habe. Die Wanderung hat mich nicht verändert, ich bin immer noch der Selbe. Und bayerisches Essen und Bier schmecken ausgezeichnet.

Hier noch mehr Bilder vom dritten, vierten und fünften Tag der Wanderung:

Und auch bei der Wanderung habe ich wieder ein kleines Video gedreht:

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Meine Wanderung auf dem KLW
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